Stegreifentwurf Brücke Nelle Alpi

Stegreifentwurf
Fuß- und Radwegbrücke
über den Fluß Piave, Ponte Nelle Alpi
zur Lehrveranstaltung Tragwerke - Entwurf u. Konstruktion


Situation und Aufgabe
Die Wasserläufe der Drau und der Piave waren über Jahrhunderte hinweg eine natürliche Kommunikationsverbindung im italienisch-österreichischen Alpenraum, die sowohl eine hohe Mobilität der Menschen als auch einen großen Informations- und Ideenaustausch ermöglichte. Gemeinsame Initiativen in Bozen und Kärnten setzen sich nun wieder mit der speziellen Architektur rund um diese Wasserläufe auseinander. Neben dem Erhalt antiker Bausubstanz steht auch die Unterstützung neuer Bauprojekte im Vordergrund, um die Tradition einer eigenständigen zeitgenössischen Architektur rund um die Wasserläufe der der beiden Flüsse wiederzubeleben.
Im Zuge dieser Initiativen wird der Bau einer Radfahrer- und Fußgängerbrücke über das Tal der Piave, in der Gemeinde Ponte Nelle Alpi geprüft. Der Standort der Brücke ist unweit der bestehenden Straßenbrücke im Ortsteil Rione Santa Caterina geplant, da die bestehende Brücke zu schmal ist, um zusätzlich zum vorhandenen Straßenverkehr auch einen sicheren Fußgänger- und Radfahrerüberweg zu gewährleisten.
Entwerfen Sie eine Radfahrer- und Fußgängerbrücke über das Piavetal. Die Brücke soll die beiden Talseiten für Radfahrer- und Fußgänger verbinden, Ausblicke in das Piavetal ermöglichen und die Anbindung an die vorhandenen und geplanten Fuß- und Radfahrerwege, insbesondere in Richtung des Wohngebietes Ponte Nelle Alpi, gewährleisten. Die Neuplanung sollte sich in das Ensemble der zwei prägenden und denkmalgeschützten Bauwerke, der Einzelbogenbrücke von Ing. Eugenio Miozzi (1920/21) und des „Ex Castello Bortuluzzi“ (1905), schlüssig einfügen. mehr ...

Der Höhenunterschied zwischen Nord- und Südseite beträgt ca. 5,70 m. Das südliche Widerlager besteht aus einer Kalkmergelwand mit regulären Schichten und dazwischen lehmigen Mergel. Oben am Hang befindet sich eine Felsnadel, die aufgrund von Wandbrüchen isoliert aufragt. Auf Grundlage der geomechanischen Untersuchungen wird empfohlen die Felsspitze abzutragen, um in tiefer liegenden Schichten zu gründen. Das nördliche Wiederlager setzt sich aus einem großen Fels und einem Überhang, der aus einer 4-5m starken Konglomeratschicht besteht, zusammen. Auch hier wird eine Neuprofilierung durch Abtragen des Überhangs in Verbindung mit Gründungen, die bis zu dem darunterliegenden Felsen reichen, empfohlen.
Das Brückenbauwerk hat große Auswirkungen auf das Piavetal in Ponte Nelle Alpi. Die Brücke soll einen gestalterisch hochwertigen Beitrag zur Infrastruktur rund um Piave und Drau leisten. Verdeutlichen Sie mit Ihrem Konzept, dass sich ein zeitgenössisches Infrastrukturprojekt unter Berücksichtigung des historischen Umfeldes hervorragend in die außergewöhnliche Natur einfügen kann. Es handelt sich um eine Struktur, die aus sehr unterschiedlichen Perspektiven wahrgenommen wird: u.a. aus dem Tal, vor allem aber von den Talrändern aus sowie von der benachbarten Bestandsbrücke. Vorschläge zur Ausbildung der Brückenköpfe sind willkommen.
Der Brückenentwurf und das Tragwerkskonzept sollen insbesondere auch den Sinnzusammenhang von Konstruktion und Gestalt unmittelbar erfahrbar machen. Aspekte der Herstellung und Montage sind zu berücksichtigen. Werkstoffe und Bauweise können frei gewählt werden. Experimentieren Sie, wenden Sie das in der Vorlesung erworbene Wissen an und versuchen Sie, eine kreative und innovative Lösung zu entwickeln.

Anforderungen/Randbedingungen
Das Brückenbauwerk soll von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden können. Es ist barrierefrei auszubilden, die max. zulässige Neigung beträgt wg. des großen Höhenunterschiedes ausnahmsweise 8%. Die geforderte Mindestbreite ist 3.50 m, die Querschnittsbreite kann aber auch größer gewählt werden. Ergänzende Funktionen sind nicht vorgesehen. Höhenlage und Grundrissabmessungen können innerhalb realistischer funktionaler Anforderungen sowie unter Beachtung des Gefahrenlichtraumprofils frei gewählt werden. Für die Einleitung der Einwirkungen in den Baugrund kann von tragfähigem Baugrund ausgegangen werden.


Betreuung:
Prof. Dr.-Ing. Stephan Engelsmann
Tragwerksplanung
Dipl.-Ing. Justus Dietz
Architektur

Beteiligte:
1. Sem. Master Bauingenieurwesen - Entwurf und Konstruktion
3. Sem. Master Bauingenieurwesen - Entwurf und Konstruktion

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