Neckarsteg Stuttgar-Mühlhausen

Stegreifentwurf
6 - 9 Oktober 2007

Tragwerkslehre
1. Semester
Masterstudium Bauingenieurwesen, Vertiefungsrichtung Entwurf und Konstruktion
WS 2008/09

Situation und Aufgabe

In der Praxis stehen für die Bewältigung komplexer Entwurfsprozesse in vielen Fällen nur sehr begrenzte Zeiträume zur Verfügung. Für entwerfende Ingenieure ist es aus diesem Grund sehr wichtig, die Fähigkeit zu besitzen, ggfs. in sehr kurzer Zeit Konzepte und Tragwerkslösungen entwickeln zu können. Stegreifentwürfe, bei denen entwurfliche Lösungen in einer begrenzten Zeit zu entwickeln und mit geeigneten Mitteln darzustellen sind, sind aus diesem Grund ein hervorragendes Mittel, entsprechende Fähigkeiten zu befördern.

Infrastrukturbauwerke sind ein bedeutsamer Teil der gebauten Umwelt. Fußgängerstege sind Ingenieurbauwerke, die sich in vielen Fällen in urbanen Bereichen befinden und einen sehr hohen Anspruch an die Gestaltung haben. Sie bieten aber auch eine hervorragende Gelegenheit, mit innovativen Konzepten und Technologien zu experimentieren.

Teile der Stadt Stuttgart, unter anderem die Teilorte Mühlhausen und Hofen, liegen am Neckar und sind durch diesen getrennt. Entwerfen Sie einen Fußgängersteg über den Neckar in Stuttgart-Mühlhausen. Der Fußgängersteg soll unterhalb der Staustufe Hofen eine Wegeverbindung von Mühlhausen nach Hofen schaffen und die Radwege auf den beiden Neckarseiten verbinden. Das Brückenbauwerk ist in sinnvoller Weise an die bestehenden Wege anzuschließen. Blickbeziehungen zur Staustufe Hofen sind zu berücksichtigen.

Der Neckar ist Bundeswasserstraße, das entsprechende Gefahrenlichtraumprofil ist freizuhalten. Brückenpfeiler dürfen aus diesem Grund nicht in diesen Bereich gestellt werden. Die Unterkante des Steges muss mindestens 6.30 über dem höchsten Schiffswasserstand (HSW) liegen. Der Fluß hat an dieser Stelle eine Breite von ca. 30 m, es ist allerdings, bedingt durch die das Gefahrenlichtraumprofil und die Geometrie der Böschungen, eine größere Bauwerkslänge zu realisieren.

Das Brückenbauwerk soll einen Beitrag zur Aufwertung des stadtnahen Neckarraumes leisten. Der Brückenentwurf und das Tragwerkskonzept sollen insbesondere auch den Sinnzusammenhang von Konstruktion und Gestalt unmittelbar erfahrbar machen. Aspekte der Herstellung und Montage sind zu berücksichtigen. Werkstoffe und Bauweisen können frei gewählt werden. Experimentieren Sie, wenden Sie das in den Vorlesungen erworbene Wissen an und versuchen Sie insbesondere, eine kreative und innovative Lösung zu entwickeln.

Anforderungen und Randbedingungen

Das Brückenbauwerk soll von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden können, die max. zulässige Neigung beträgt 6%. Mindestbreite ist 4.5 m, die Querschnittsbreite kann aber auch größer gewählt werden. Ergänzende Funktionen sind nicht vorgesehen. Höhenlage und Grundrissabmessungen können innerhalb realistischer funktionaler Anforderungen sowie unter Beachtung des Gefahrenlichtraumprofils frei gewählt werden. Für die Einleitung der Einwirkungen in den Baugrund kann von tragfähigem Baugrund ausgegangen werden.

Leistungen

Grundriss, Längsschnitt incl. Brückenwiderlager, Ansicht M 1:100
Querschnitt M 1:20
Detailzeichnungen M 1:5/1:10
Modell M 1: 100

Zeitplan

Projektstart Montag, 06.10.2008
Einführungsvorlesung Brücken Montag, 06.10.2008
Skizzen, Arbeitsmodelle Montag, 06.10.2008
Skizzen, Arbeitsmodelle, Fortentwicklung Konzept Dienstag, 07.10.2008
Konzeptausarbeitung, Präsentationszeichnungen Mittwoch, 08.10.2008
Präsentationszeichnungen, Präsentation Donnerstag, 09.10.2008

Stephan Engelsmann

Fotos: Guntram Müller

Betreuung

Stephan Engelsmann
Gastlektoren

Gert Eilbracht
Baumechanik und Baustatik

Studierende

Christian Grabner, Oliver Gusella, Thomas Kritzinger, Goran Madzarevic, Markus Spitzer, Raphael Watzl, Michael Wirnsberger

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