schap! 2009

Planung und Umsetzung eines Schul- und Werkstättengebäudes für das Ithuba Skills College in Johannesburg

http://www.schap.co.at

5. Semester Bachelorstudium Architektur
1. und 3. Semester Masterstudium Architektur
WS2008

Die Erweiterung des im Aufbau befindlichen Ithuba Skills College, dass von Christoph Chorherr ins Leben gerufen wurde, um einen weiteren Klassenraum mit zugeordneter Werkstätte gibt vielleicht zusätzlichen Kindern die Chance auf eine bessere Zukunft. So unsere These. Denn es geht mit unserem Projekt darum der lokalen Bevölkerung einen neuen Weg zur Selbsthilfe aufzuzeigen. Auf Grundlage unserer Recherche über den Ort und seine Gegebenheiten bzw. über die gesellschaftlichen Strukturen im Umfeld des Bauplatzes und der Analyse der bereits umgesetzten Gebäude anderer Universitäten und Fachhochschulen, haben wir es uns zur Aufgabe gesetzt, unser Projekt mit Materialien, die im regionalen Umfeld verfügbar sind, zu entwickeln. Wir wollen damit die lokale Wirtschaft stärken, indem wir alle zum Bau benötigten Materialien vor Ort kaufen und nichts aus Europa importieren, und die Bauweise leicht an die Jugendlichen und Bewohner des nahe gelegenen Townships Magagula Heights vermitteln, um sie zum späteren Selbstbau anzuregen. Nach eingehender Recherche über kostengünstige Baustoffe und traditionelle Bauweisen in Afrika haben wir uns auf den Baustoff Lehm festgelegt. Da die Ressource Lehm lokal überall verfügbar ist, ist es das ideale Baumaterial, um unsere Baukosten zu minimieren. Die freie Verfügbarkeit für jedermann kann den späteren Selbstbau der lokalen Bevölkerung sicher stellen. Die in Vergessenheit geratene Tradition des Lehmbaus stellte uns vor einige offene Fragen, denen wir auch mit Hilfe der Literatur nicht Herr werden konnten. Aus diesem Grund starteten wir eine Versuchsreihe zur experimentellen Erprobung eines Ziegels mit dem Format 60x30x15, damit wir auch sicher gehen konnten, dass der Baustoff auch den heutigen Anforderungen gerecht wird. Es wurden Ziegel aus dem Ausgangsmaterial Lehm und den Baustoffen Leca, Hanf, Papier und Stroh hergestellt. Auf Grundlage unserer Ergebnisse haben wir uns für eine Neuinterpretation des traditionellen Strohlehmbaues in Form von Ziegelblöcken entschieden, welche vor Ort von uns und mit Hilfe der Schüler des Ithuba Skills College produziert werden sollen. Die Schüler sollen durch die Einbindung in den Bauprozess ihr Wissen und handwerkliches Können erweitern, aber auch das erlernte KnowHow in ihr lokales Umfeld hinaustragen. Der Strohlehm vereint die Eigenschaften eines sowohl wärmespeichernden, als auch wärmedämmenden Werkstoffes und hat ausgezeichnete feuchtigkeitsausgleichende Eigenschaften. Bei der Herstellung des Strohlehms, wie auch beim Einbau, entstehen keine Umweltbelastungen und es ist nur ein geringer Energieaufwand notwendig. Unsere Bauaufgabe, eine Klasse mit integrierter Werks tätte, soll uns Aufschlüsse über die praktische Umsetzbarkeit bringen. Das Gebäude soll als Musterbau dienen, um der lokalen Bevölkerung eine Möglichkeit aufzuzeigen, wie sie einfach und mit geringen finanziellen Mitteln ihre derzeitige Wohnsituation ändern oder auch verbessern kann, denn die bestehende Wohnstruktur in den Townships wird auch heute noch von kleinen Ziegelbauten und shacks (Wellblechhütten) bestimmt.

Betreuung

Peter NigstGuntram MüllerElias Rubin
Architektur

Studierende

Kathrin Ackerer, Rostyslaw Bortnyk, Günther Egger (HTL Villach), Daniela Fößleitner, Nina Holly, Sebastian Horvath, Oliver Kempf, Raffaela Maria Lackner, Manuel Meixner, Nicole Mirnig (Uni Salzburg), Christian Probst, Hannes Sampel, Teresa Stauder, Erhard Steiner, Thomas Striedinger, Hartwig Thurner (Weissenseer Holzbau), Jürgen Philipp Wirnsberger, Gerlinde Zuber

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