El Murcielago

Temporäres Wohnen unter Verwendung eines kommerziellen Baugerüstes als Konstruktion

Studio Raumgestaltung
3. Semester
Bachelorstudium Architektur
WS 2007

Essay zu ‚Temporäre Architektur’

Temporäre Architektur ist nicht an einen Ort gebunden. Das Bauwerk kann also jederzeit wieder abgebaut und ebenso an einem beliebigen Ort wieder aufgebaut werden. Die Architektur passt sich so an die Bedürfnisse unserer zunehmend schneller werdenden Lebensweise an.

Unsere Zeit ist flüchtig geworden. Wir bewegen uns mehr, schneller und immer häufiger virtuell. Städte wachsen und schrumpfen in kürzeren Zyklen. Bedürfnisse entwickeln sich und neue Nutzungen entstehen. Der öffentliche Raum wird häufig nur „auf Zeit“ genutzt. Es entstehen schnell hochgezogene Veranstaltungszelte und sich ständig wandelnde Gruppen, die einen Platz in Besitz nehmen. Für diese Situationen sind, insbesondere im öffentlichen Raum, keine festen Bauwerke, keine dauerhaften Strukturen gefragt. Denn wer von uns will prognostizieren, welche Rolle ein Platz in zwanzig Jahren spielen wird?

Die temporäre Architektur wird von vielen zeitgenössischen, vorwiegend jungen Teams weitergeführt. Temporäre Architektur wird heute verstärkt zur Inszenierung von Events eingesetzt.

Es gilt also die Materialien und Techniken so zu wählen, dass sie möglichst schnell und einfach auf- und abzubauen sind. Sie sollten daher leicht und trotzdem möglichst stabil und widerstandsfähig sein. Die Materialwahl fällt daher häufig auf Planen, PVC-Objekte, Folien oder wie in unserem Fall auch Leichtholzkonstruktionen.

Die Architektur des Augenblicks erscheint, fällt auf und verschwindet wieder. Die Interventionen sind für eine begrenzte Dauer und für einen klar definierten Zweck bestimmt.


Entwurf

Eine holzverkleidete, teilverglaste Plattform legt sich quer über die Kronenbreite eines Staudamms – der Ort des Geschehens könnte die Kölnbreinsperre im Maltatal oder der Hoover Dam nahe Las Vegas/Nevada sein.

Das Fledermaus-ähnliche Gebilde ist an jener Seite, an dem die Staumauer eine Tiefe von 200m erreicht, befestigt und bleit beim Herantreten über die Mauerkrone weitgehend ungesichtet.
Die Fledermaus – spanisch „El Murciélago“ – hängt sich kopfüber die Staumauer hinunter, der Grundriss eröffnet sich nach unten und beinhaltet 9 Wohnboxen, 3 Aufenthalts-Loggien, Wohnzimmer, Küche und Essbereich.

Betreuung

Eva Rubin
Architektur

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